DAS STUDIUM DER PHYSIK / DIPLOM
Die Ausbildung zum Diplom-Physiker ist für die Universität Hamburg durch Hamburger Gesetze und Verordnungen geregelt, ihre wesentlichen Inhalte sind jedoch bundeseinheitlich u.a. durch die ständige Konferenz der Fachbereiche Physik festgelegt. Ein strukturiert organisiertes Lehrangebot ermöglicht es dem Studenten, seine berufsqualifizierende Ausbildung in der durch Gesetz und Verordnungen festgelegten Regelstudienzeit von 10 Semestern erfolgreich abzuschließen.
Die folgenden Voraussetzungen sollte der Studienanfänger dafür allerdings neben seinem brennenden Interesse an der Physik mitbringen: (1) Gute Vorkenntnisse in Physik und Mathematik aus der Schulzeit, (2) Interesse und Begabung für die mathematisch exakte Beschreibung von Daten und Beobachtungen, (3) Geschick im Umgang mit technischen Geräten als Grundlage für erfolgreiches Experimentieren, (4) Englische Sprachkenntnisse und die Bereitschaft, sie beim Durcharbeiten physikalischer Fachliteratur und späterer Bereicherung derselben durch eigene Beiträge anzuwenden.
Eignungsprüfungen werden nicht abgehalten und Zugangsbeschränkungen existieren für die Physik- Studiengänge nur im Rahmen der allgemeinen Zulassungsquoten der Universität.
Im folgenden werden die an der Universität Hamburg derzeit gültigen Studienpläne für die Ausbildung von Diplom-Physikern dargestellt und erläutert.
DAS VORLESUNGSANGEBOTDas Angebot an Lehrveranstaltungen der gesamten Universität für jedes Semester ist dem Personal- und Vorlesungsverzeichnis zu entnehmen, das zu Beginn jedes Semesters im Buchhandel käuflich erworben werden kann (ca. 5 Euro). Auszugsweise findet sich die aktuelle Liste der für das Physikstudium wichtigen Veranstaltungen am Anschlagbrett im Institutsgebäude Jungiusstraße 9 und auf unseren Internetseiten. Kommentierungen der Veranstaltungen sind ebenfalls im Internet erhältlich.
LEHRVERANSTALTUNGSARTENIn der folgenden Übersicht werden die für die Physikausbildung wichtigen Lehrveranstaltungsarten kurz vorgestellt und charakterisiert:
- Vorlesungen (V) dienen der Einführung in das Studium eines Teilgebietes, sie bieten vor allem einen Überblick über das Gebiet. In der Regel werden zahlreiche Hinweise auf zugeordnete Literatur gegeben, deren begleitendes Studium den Nutzen einer Vorlesung wesentlich erweitert. Kontinuierliche Vor- und Nachbereitung des Stoffes ist unbedingt anzuraten.
- Übungen (Ü) werden zu jeder Kursvorlesung angeboten. In ihnen sollen kleine Gruppen von ca. 20 Studenten den Vorlesungsstoff anhand exemplarischer Aufgaben vertiefen. Kleine Vorträge und Diskussionen ermöglichen das Ausräumen von Verständnisschwierigkeiten einerseits und eine Erweiterung des Vorlesungsstoffes durch zusätzlich eingebrachte Detailthemen. Wesentlich für den Lernerfolg in den Übungen ist die engagierte Beteiligung der Studenten. Als Nachweis einer erfolgreichen Mitarbeit werden Übungsscheine ausgestellt.
- Praktika (P) führen in die wichtigsten Experimentier- und Meßmethoden der Physik ein und geben dem Studenten eine weitere Gelegenheit, die in Vorlesungen, Literaturstudium und Übungen erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. Ziel der Praktika ist, den Umgang mit physikalischen Apparaturen zu erlernen, die praktische Anwendung wissenschaftlicher Arbeitsmethoden einzuüben und die Fähigkeit zur kritischen Musterung experimenteller Daten zu erwerben.
- Seminare und Proseminare (S) sind Kleingruppenveranstaltungen, in denen der Student lernen soll, sich in ein spezielles Thema eines Fachgebietes einzuarbeiten, die wesentlichen Gesichtspunkte zu erkennen und das Problem sinnvoll gegliedert klar darzustellen. Darüberhinaus wird er durch die Seminarteilnahme zur kritischen Diskussion von Forschungsergebnissen angeleitet. Für die Teilnahme an Proseminaren reichen die in den Kursvorlesungen vermittelten Kenntnisse aus.
- Das Physikalische Kolloquium ist eine Veranstaltung aller Dozenten des Fachbereichs Physik: Eingeladene Gäste tragen über Themen aus allen Gebieten der Physik vor. Damit will das Kolloquium Einblick in interessante Entwicklungen, Spezialgebiete und Anwendungen der Physik gewähren und zur Erweiterung der physikalischen Allgemeinbildung beitragen. Für Studenten der Abschlußsemester ist die Teilnahme am Physikalischen Kolloquium obligatorisch.
GLIEDERUNG DES STUDIENGANGES PHYSIK / DIPLOMGemäß dem Auftrag des Hamburger Hochschulgesetzes (Paragraphen 46 - 65 HmbHG) hat der Fachbereich Physik den Studiengang Physik mit dem Diplom als Abschluß durch Herausgabe einer Prüfungsordnung und einer Studienordnung geregelt.
In den folgenden Abschnitten wird für diesen Studiengang ein Studienplan vorgestellt, der als Empfehlung für den geregelten Ablauf eines "normalen" Physikstudiums aufgefaßt werden kann. Er will aber nicht als starrer Pflichtstudienplan verstanden sein, sondern im Gegenteil aufzeigen, welche Freiheiten und Variationsmöglichkeiten in der Ausfüllung der gesetzlichen Rahmenvorgaben durch das Lehrveranstaltungsangebot der Fachbereiche der Universität Hamburg liegen.
Das Physikstudium gliedert sich formal in
- ein viersemestriges Grundstudium mit studienbegleitender Diplom-Vorprüfung und
- ein viersemestriges Hauptstudium mit anschließender Diplomarbeit (Bearbeitungszeit ein Jahr), das mit der Diplom-Hauptprüfung abgeschlossen wird.
Die Diplom-Hauptprüfung ist ein berufsqualifizierender Studienabschluß und zugleich die Voraussetzung für ein eventuelles Aufbaustudium mit dem Ziel der Promotion.
GRUNDSTUDIUMEine Übersicht über das Grundgerüst der für die ersten vier Semester vorgesehenen Lehrveranstaltungen, die für die Ablegung der Diplom-Vorprüfung erforderlich sind, gibt das Studienverlaufsdiagramm. Die Einhaltung dieses Zeitplans setzt regelmäßige und intensive Mitarbeit in allen Veranstaltungen voraus.
Studienplan: Physik - Diplom - Grundstudium
| Mathematischer Vorkurs (vor Vorlesungsbeginn 2 Wochen ganztägig)
Orientierungseinheit für Studienanfänger (ca.10 Tage zu Vorlesungsbeginn) |
| Semester | Grundlagen der Physik | Mathematik |
Theoretische Physik | Wahlfach |
| 1 | Kurs Physik I * (4 V + 3 V + 3 Ü)
| Mathematik I für Physiker (4 V + 2 Ü) | -- |
-- |
| VfZ | Phys. Praktikum I für Studierende der Naturwissenschaften |
-- | -- | -- |
| 2 | Kurs Physik II * (4 V + 3 V + 3 Ü) |
Mathematik II für Physiker (4 V + 2 Ü) | -- |
Ein Fach gemäß Liste (ca. 4 SWS) |
| VfZ | Phys. Praktikum II für Studierende der Naturwissenschaften
Prüfung: Klassische Physik |
-- | -- | -- |
| 3 | Physik III (4 V + 2 Ü)
Prüfung: Quantenphysik und Statistische Physik |
Mathematik III für Physiker (4 V + 2 Ü) |
Theoretische Mechanik (3 oder 4 V + 2 Ü)
Prüfung: Theoretische Mechanik |
(ca. 4 SWS) |
| | Struktur der Materie | | | |
| 4 | Einführung in die Struktur der Materie
(4 V + 2 Ü) |
Mathematik IV für Physiker
(4 V + 2 Ü)
Prüfung: Mathematik |
Elektrodynamik (4 V + 2 Ü) |
Prüfung: Wahlfach |
SWS = Semesterwochenstunden, V = Vorlesung, Ü = Übung,
VfZ = Vorlesungsfreie Zeit
BLOCKSTRUKTUR DER AUSBILDUNG
Inhaltlich ist das Studium in Kurse, d.h. inhaltlich zusammengehörige Blöcke von Lehrveranstaltungen gegliedert. Die zeitliche Anordnung dieser Blöcke zueinander ergibt sich zwangsläufig aus den wechselseitigen Abhängigkeiten der Studieninhalte voneinander: Der Kurs Grundlagen der Physik eröffnet das Grundstudium. Er besteht aus drei Kursvorlesungen mit Übungen sowie zwei Praktika, erstreckt sich über drei Semester und wird mit zwei der fünf Teilprüfungen der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen.
* Der Kurs Physik I/II beinhaltet die "Mathematischen Ergänzungen". Zur Zeit wird der Kurs mit der Vorlesung "Einführung in die Theoretische Physik I/II" mit gemeinsamen Übungen zu Physik I/II angeboten. Die Veranstaltung ist keine reine Theorie- Vorlesung, sondern liefert überwiegend mathematische Hilfsmittel zur Vorlesung Physik I/II.
Parallel dazu vermittelt der viersemestrige Kurs Mathematik für Physiker die mathematische Grundausbildung durch vierstündige Vorlesungen mit Übungen. An seinem Ende steht die Teilprüfung "Mathematik" der Diplom-Vorprüfung.
Für Studenten, die ihr Physikstudium in einem Sommersemester aufnehmen, ergibt sich eine Abweichung von der im Studienverlaufsplan gegebenen zeitlichen Gliederung dadurch, daß der Fachbereich Mathematik den Kurs Mathematik für Physiker nur im jährlichen Turnus, beginnend jeweils im Wintersemester, anbietet. Die Mathematikausbildung beginnt für diese Studenten daher erst im zweiten Fachsemester und endet im fünften.
Der Kurs Theoretische Physik beginnt wegen der Notwendigkeit mathematischer Vorkenntnisse erst im dritten Semester, erstreckt sich dann aber bis ins Hauptstudium. Aus den vier Kursvorlesungen dieses Blockes wird der Student in der Vorprüfung nur über "Theoretische Mechanik" geprüft.
Der vierte Kurs des Grundstudiums hat das Wahlfach zum Inhalt: Aus einer Liste, die z.Zt. 20 Fächer umfaßt, kann ein Fach entsprechend den individuellen Interessen und Ausbildungszielen gewählt werden. Es sind darin typischerweise insgesamt ca. 8 SWS Vorlesungen einschließlich Übungen, Praktika oder Seminaren zu absolvieren. Der Abschluß dieses Ausbildungsblockes ist die fünfte Teilprüfung der Diplom-Vorprüfung.
ZUGANGSVORAUSSETZUNGENNach der Studienordnung ist der Zugang zu einzelnen Lehrveranstaltungen an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Voraussetzung für die Zulassung
- zum Physikalischen Praktikum für Studierende der Naturwissenschaften I ist der Besuch mindestens einer der Vorlesungen aus der Reihe "Physik I -- III" sowie, falls dieses Praktikum bereits im Anschluß an die Vorlesungszeit des ersten Fachsemesters besucht werden soll, zusätzlich die erfolgreiche Teilnahme an einer der zugehörigen Übungen,
- zum Physikalischen Praktikum für Studierende der Naturwissenschaften II der erfolgreich abgeschlossene Besuch des Praktikums I.
ERGÄNZENDE VERANSTALTUNGENEingeleitet und ergänzt wird das Grundstudium durch die folgenden, auch im Studienverlaufsplan enthaltenen Veranstaltungen:
- In den ersten eineinhalb Wochen der Vorlesungszeit führt der Fachbereich Physik eine Orientierungseinheit (OE) für Studienanfänger durch, in deren Rahmen
- - eine gründliche Einführung in den Studiengang Physik (Aufbau des Studiums, Lernziele, Prüfungen, Arbeitsformen),
- - die Erkundung der Berufssituation des Physikers (Zusammenhang zwischen Ausbildung und Berufspraxis, Berufsqualifikation, Stellung im Betrieb, Arbeitsplatzsituation),
- - ein Kennenlernen der Akademischen Selbstverwaltung (akad. Gremien, Kompetenzen, Handlungsspielräume, Entscheidungsprozesse),
- - eine Untersuchung verschiedener Lehr- und Lernmethoden (Veranstaltungsformen, Selbststudium, Gruppenarbeit) und
- - unter den Titeln "Was ist Physik" und "Verantwortung des Wissenschaftlers" ein erster Einstieg in Fragen der Wissenschaftstheorie und -ethik vorgesehen sind.
Gearbeitet wird vor allem in Kleingruppen. Es sind u.a. ein Informationsbasar vorgesehen, eine Ralley zum Kennenlernen verschiedener Universitätsinstitutionen, Exkursionen in Betriebe, in denen Physiker angestellt sind und ein Wochenendseminar. Das Programm der OE wird während des Mathematischen Vorkurses ausgegeben.
- Ein Mathematischer Vorkurs findet regelmäßig als zweiwöchige Blockveranstaltung in den letzten vierzehn Tagen vor Vorlesungsbeginn statt. Die mathematischen Grundkenntnisse aus der Oberstufe des Gymnasiums sollen darin mit dem Blick auf die ersten Physikvorlesungen aufgefrischt und ergänzt werden. Es werden behandelt: Zahlen, Funktionen, Differentialrechnung, Integralrechnung und Vektoralgebra. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
- Computerphysik
Wie an vielen anderen Universitäten Deutschlands hat sich auch im Fachbereich Physik der Universität Hamburg die Einführung in den Umgang mit Computern und in die zahlreiche Anwendung von Computern in der Physik in der Form regelmäßig wiederkehrender Veranstaltungen etabliert. Computer sind als Hilfsmittel physikalischer Forschung inzwischen unverzichtbar geworden. Computersimulationen physikalischer Prozesse und Modelle haben sich als selbständiger Forschungszweig herausgebildet. Den Studierenden wird dringend empfohlen, schon während des Studiums Kenntnisse und Erfahrungen auf diesem Gebiet zu erwerben beziehungsweise zu vertiefen.
Folgende Veranstaltungen werden unregelmäßig angeboten:
| Thema |
Semesterzahl |
Vorkenntnisse |
| Einführung in die Benutzung des PHYSnet-Rechnerverbundes |
alle |
keine |
| Einführung in die Anwendung von Computern in der Physik |
alle |
keine |
| Computerübungen zur Physik |
1.Sem. |
|
| Seminar über Datenverarbeitung in der Hochenergiephysik |
für Diplomanden |
|
| Statistische und numerische Methoden der Datenauswertung für Fortgeschrittene |
|
|
| Einführung in die elektronische Literaturrecherche |
alle |
keine |
Methoden der elektronischen Informations-
beschaffung in der Physik |
alle |
keine |
| Computeranwendungen in der Astronomie |
|
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| und zahlreiche mehr... |
|
|
Eine Voraussetzung, die die Teilnehmer aller Veranstaltungen
erfüllen sollten, sind Grundkenntnisse in wenigstens einer
höheren Programmiersprache (Fortran, Pascal, C oder C++).
Einführungskurse zum Erlernen einer solchen Sprache bietet
das Rechenzentrum der Universität regelmäßig an.
HAUPTSTUDIUMIm Hauptstudium eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten für die individuelle Gestaltung der Studieninhalte. Die Blockstruktur des Vorlesungsangebots, die gleichzeitig die Rahmen der pflichtmäßig zu absolvierenden Lehrveranstaltungen absteckt, wird aus dem zweiten Teil des Studienverlaufsplanes sichtbar.
Studienplan: Physik - Diplom - Hauptstudium -
| Semester: 5-7 |
Block: Struktur der Materie
Einführung in die Struktur
der Materie (s.Grundstudium)
+ je nach Schwerpunktsetzung
eine bis drei der folgenden
vier Lehrveranstaltungen:
Atom- und Molekülphysik
(2 V + 2 Ü)
Festkörperphysik
(4 V + 2 Ü)
Kernphysik
(3 V + 2 Ü)
Elementarteilchenphysik
(3 V + 2 Ü) |
Block: Anwendungen der Physik
Gewählt werden können
bis zu zwei Lehrveranstaltungen
á 4 bis 6 SWS aus den Gebieten:
- Elektronik
- Physikal. Meßverfahren
- Werkstoffphysik
- Vakuum-u. Kryotechnik
- Beschleuniger-
physik
|
Block: Theoretische Physik
Weitere Pflichtveranstaltungen sind:
Quantenmechanik I
(4 V + 2 Ü)
Thermodynamik und Statistische Mechanik
(4 V + 2 Ü)
|
Wahlfach:
Ein Pflichtwahlfach kann aus
z.Zt. 20 Fächern ausgewählt
werden (s. Liste).
Der Umfang beträgt generell
ca. 8 V + Ü/S/P
|
| 8 | Physikalische Praktika für Fortgeschrittene:
Pflicht ist die Teilnahme an zwei Veranstaltungen
im Umfang von je 10 SWS,
jeweils vier Wochen in der vorlesungsfreien Zeit. |
Proseminar: (2 SWS) | |
| | | Vertiefungsveranstaltungen | |
| 9-10 | Schwerpunktspraktikum und
Durchführung der Diplomarbeit | |
LEHRVERANSTALTUNGEN DES HAUPTSTUDIUMSSie ordnen sich in die folgenden Blöcke:
- Struktur der Materie: Hierzu zählen die Einführung in die Struktur der Materie, die schon im vierten Semester zu hören empfohlen wird, sowie nach Wahl des Studierenden eine bis drei der Kursvorlesungen über die Gebiete Atom- und Molekülphysik, Festkörperphysik, Kernphysik und Elementarteilchenphysik.
- Theoretische Physik: Diese Vorlesungsgruppe beginnt mit der Theoretischen Mechanik und der Elektrodynamik schon in den Semestern des Grundstudiums und enthält als weitere Pflichtveranstaltungen die Quantenmechanik I und die Thermodynamik und Statistische Physik.
- Anwendungen der Physik: Die Veranstaltungen dieser Gruppe bieten die Möglichkeit, sich mit der Anwendung der Ergebnisse physikalischer Forschung in wichtigen Gebieten der Technik vertraut zu machen. Aus folgenden Bereichen werden z.Zt. dazu Vorlesungen angeboten: Beschleunigerphysik, Elektronik, Physikalische Meßverfahren, Vakuum- und Kryotechnik, Werkstoffphysik.
- Vertiefungsveranstaltungen: Es handelt sich hier oft um kürzere Darstellungen von Methoden und Ergebnissen, die in enger Verbindung zu den aktuellen Arbeiten der Forschungsgruppen des Fachbereichs Physik stehen. Sie geben dem Studenten so einen Einblick in das Tätigkeitsfeld der Arbeitsgruppen, in denen sie ihre Diplom-Arbeit absolvieren können. Vertiefungsveranstaltungen werden regelmäßig aus allen im Fachbereich Physik der Universität Hamburg vertretenen Forschungsgruppen abgehalten.
- Wahlfach: Im zweiten Studienabschnitt ist wie im ersten das Studium eines Wahlfaches gefordert, das hier aus einer Liste von z.Zt. ca. 20 Fächern ausgewählt werden kann und das wieder insgesamt ca. 8 SWS umfaßt.
und werden durch die folgenden Pflichtveranstaltungen ergänzt:
Physikalische Praktika für Fortgeschrittene: Die Teilnahme an beiden angebotenen Praktika ist Pflicht, wobei jeweils vier einwöchige Versuche zu bearbeiten sind. An wesentlich komplizierteren Apparaturen wird hier die sorgfältige Anlage, Ausführung, Beobachtung und Dokumentation von eigenen Experimenten geschult und das Verständnis für moderne physikalische Arbeitsmethoden entwickelt werden.
Zugangsvoraussetzung: die bestandene Diplom-Vorprüfung. Die Vorlesung "Einführung in die Struktur der Materie" sollte vor Beginn der Praktika für Fortgeschrittene gehört werden.
Ausnahmeregelung: Studierende, die bis zum Ende ihres 4.Fachsemesters sowohl die drei physikalischen Teilprüfungen der Diplom-Vorprüfung absolviert als auch an den Übungen zur Einführung in die Struktur der Materie erfolgreich teilgenommen haben, können bereits vor dem Abschluß der Diplom-Vorprüfung am Praktikum für Fortgeschrittene teilnehmen.
Proseminar: In einem der zahlreichen Proseminare ist, wie schon oben ausgeführt wurde, die mündliche Darstellung eines speziellen Forschungsergebnisses mit anschließender Diskussion zu üben.
Diplom-Arbeit: Die Durchführung der Diplom-Arbeit erfolgt in einer der Forschungsgruppen. Ein Schwerpunktspraktikum in der gleichen Gruppe muß der Diplom-Arbeit vorausgehen.
Zugangsvoraussetzung ist in beiden Fällen, daß beide Praktika für Fortgeschrittene erfolgreich absolviert sind.
6 verschiedene Beispiele zur Gestaltung des Hauptstudiums
PRÜFUNGEN
Die Voraussetzungen für die Anmeldung zu den Prüfungen sowie Details über ihren Ablauf sind in der Prüfungsordnung gesetzlich geregelt.
DIE DIPLOM-VORPRÜFUNGDie Diplom-Vorprüfung besteht aus fünf mündlichen Teilprüfungen von jeweils 30 Minuten Dauer, die studienbegleitend jeweils im Anschluß an den Besuch des betreffenden Prüfungsfaches abgelegt werden können. In der folgenden Tabelle sind die Prüfungsfächer aufgeführt zusammen mit den Vorlesungen, deren Stoff Gegenstand der Prüfung ist und den Bescheinigungen, die der Anmeldung zur jeweiligen Teilprüfung beizufügen sind.
| Fach |
Lehrveranstaltungen |
Bescheinigungen |
| Klassische Physik |
Physik I, Physik II |
--- |
| Quantenphysik und Statistische Physik |
Physik III |
2 Übungsscheine aus Physik I -- III |
| Theoretische Mechanik |
Theoretische Mechanik |
1 Übungsschein zur Theoretischen Mechanik |
| Mathematik |
Mathematik |
2 Übungsscheine aus Mathematik für Physiker I -- IV |
| Wahlfach |
Wahlfachliste |
Wahlfachliste |
Der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an den Physikalischen Praktika für Studierende der Naturwissenschaften I und II ist spätestens vor der letzten Teilprüfung vorzulegen.
Die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung ist einerseits allgemein sowie speziell für die jeweilige Teilprüfung bei der Prüfungsstelle für Naturwissenschaftler zu beantragen. Wünschen des Kandidaten hinsichtlich bestimmter Prüfer wird generell entsprochen, jedoch nur, wenn das nicht zu einer übermäßigen Belastung einzelner Prüfer führt. Es empfiehlt sich daher, die Zulassung zu einzelnen Teilprüfungen möglichst frühzeitig zu beantragen.
Wer in seinem fünften Fachsemester nicht alle Teilprüfungen bestanden hat, muß die verbleibenden Teilprüfungen in einem einzigen Prüfungsabschnitt von acht Wochen ablegen. Aus diesem Prüfungsabschnitt sich ergebende Wiederholungsprüfungen sind ebenfalls in einem einzigen Abschnitt von acht Wochen abzulegen.
DIE DIPLOM-HAUPTPRÜFUNG
Die Diplom-Hauptprüfung besteht aus
a) der Diplomarbeit und
b) mündlichen Teilprüfungen in den Fächern
- Struktur der Materie mit -- nach Wahl des Kandidaten -- einem der folgenden Schwerpunkte:
- - Atom- und Molekülphysik,
- - Festkörperphysik,
- - Kernphysik,
- - Elementarteilchenphysik;
- Theoretische Physik;
- ein Wahlfach physikalischer Richtung aus dem Gesamtbereich "Struktur der Materie" und "Anwendungen der Physik" nach näherer Maßgabe der Studienordnung;
- ein Wahlfach nach Maßgabe der Studienordnung.
Die vier Teilprüfungen sind innerhalb zweier je vierwöchiger Zeitabschnitte abzulegen. Jeder dieser Zeitabschnitte kann vor Beginn der Diplomarbeit oder innerhalb eines halben Jahres nach Abgabe der Diplomarbeit liegen. Während der Durchführung der Diplomarbeit darf keine Teilprüfung abgelegt werden. Dem Antrag auf Zulassung zur Diplom-Hauptprüfung sind Bescheinigungen beizufügen über die erfolgreiche Teilnahme an
- a) zwei Physikalischen Praktika für Fortgeschrittene
- b) einem Proseminar oder Seminar
- c) vier Übungen zu Lehrveranstaltungen aus den drei physikalischen Fächern, darunter mindestens je eine aus den Bereichen Struktur der Materie und Theoretische Physik. Wird die Prüfung in zwei Abschnitten abgelegt, so sind zum ersten Abschnitt außer den unter a) und b) genannten Bescheinigungen mindestens zwei Übungsscheine erforderlich.
Hinzu kommt nach Maßgabe des jeweiligen Teilstudienplans im Wahlfach in der Regel mindestens ein Übungs-, Seminar- oder Praktikumsschein.
DIE DIPLOMARBEIT
Die Anfertigung einer Diplomarbeit ist (s.o.) Bestandteil der Diplom-Hauptprüfung. Durch sie soll der Kandidat zeigen, daß er in der Lage ist, eine experimentelle oder theoretische Aufgabe aus dem Gebiet der Physik nach wissenschaftlichen Methoden selbständig zu bearbeiten. (PrüfO Par. 21(1)). Die Frist, innerhalb der die Arbeit fertiggestellt sein soll, beträgt 12 Monate. Darin eingeschlossen ist die Einarbeitung in das Thema, die Durchführung der Arbeit und der schriftliche Bericht. Das Thema für die Diplomarbeit wird in der Regel vom Leiter einer der Forschungsgruppen der Universität gestellt und vom Diplomanden im Rahmen der Forschungsarbeiten dieser Gruppe bearbeitet. Die Vielfalt der z.Zt. angebotenen Themen ist groß: Es arbeiten gegenwärtig an der Universität Hamburg ca. 200 Diplomanden an ihrer Physik-Diplomarbeit. Die Auswahl aus dieser Themenvielfalt ist dem Studenten überlassen. (Siehe dazu die Darstellungen der Forschungsgruppen in den einzelnen Instituten.)
PROMOTIONS- UND AUFBAUSTUDIUM
Das Studium der Physik endet mit dem berufsqualifizierenden Abschluß der Diplomhauptprüfung. Der Fachbereich Physik bietet jedoch vielfältige Möglichkeiten zu einem darauf aufbauenden Studium. In allen Forschungsgruppen ist es im Prinzip möglich, eine Doktorarbeit anzufertigen und damit im Fach Physik oder Astronomie zu promovieren. (Das Referat für Doktorandenförderung informiert über Stipendien .) Weitere Forschungsleistungen können in der Folge mit der Habilitation abgeschlossen werden.
Quelle:Studienführer Physik, FB Physik der Universität Hamburg, Oktober 2002
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